Die 9. Internationale Konferenz für maltesische Linguistik, organisiert von der Għaqda Internazzjonali tal-Lingwistika Maltija (GĦILM), fand vom 16. bis 17. September 2025 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in Deutschland statt und war dem Thema „Rooting for Maltese“ gewitmet. Die Konferenz brachte mehr als 30 Forscher:innen aus verschiedenen Ländern zusammen, darunter Malta, Deutschland, Frankreich, Slowakei, Großbritannien, USA und China.
Das Programm umfasste 21 Vorträge und wurde durch den Plenarvortrag von Dr. Jessica Nieder (Institut für Linguistik und Sprachtechnologie, UM) zum Thema „The State of Maltese Linguistic Research“ eröffnet. Die Vorträge deckten verschiedene Bereiche der Sprachforschung ab, darunter Morphologie, Phonetik und Phonologie, Syntax und Soziolinguistik.
Ein Höhepunkt des ersten Tages war ein Workshop über Wurzelkonsonanten im Maltesischen und in semitischen Sprachen, der durch eine Reihe von Kurzvorträgen neue Einblicke in deren Struktur und Bedeutung bot. Wie bei früheren Konferenzen wird auch diesmal ein Sammelband mit ausgewählten Beiträgen erscheinen, womit die GĦILM ihre Tradition fortsetzt, wissenschaftliche Beiträge aus ihren Tagungen zu veröffentlichen.
Ein besonderer Moment des zweiten Tages war die Übergabe einer Festschrift zu Ehren von Prof. Dr. Thomas Stolz. Stolz, der seit der Gründung von GĦILM im Jahr 2007 als Präsident fungiert, wurde mit dem Band quam lingua melitea hic subicio. Studies in Maltese Linguistics dedicated to Thomas Stolz on the occasion of his 68th birthday geehrt. Die Festschrift wurde von Slavomír Čéplö und Adam Ussishkin herausgegeben und ist online unter https://festschrift-stolz.de frei verfügbar.
Die Konferenz wurde von Prof. Dr. Ruben van de Vijver (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) in Zusammenarbeit mit dem Malta Centre koordiniert, vertreten durch Raffaello Bezzina (Malta), Michela Vella (Malta) und Maike Vorholt (Bremen). Mit Blick auf die Zukunft laufen bereits die Vorbereitungen für die 10. Internationale Konferenz für maltesische Linguistik, die 2027 in Malta stattfinden soll.
GĦILM wurde 2007 auf der ersten Konferenz in Bremen ins Leben gerufen und hat sich seitdem zu einem wichtigen Treffpunkt für Wissenschaftler:innen der maltesischen Sprachwissenschaft entwickelt, der Teilnehmer:innen aus aller Welt anzieht. Die bisherigen Konferenzen fanden in Bremen, Malta, Lyon, Turin, Bratislava und Krakau statt. Es wurde ein Ausschuss gebildet, der die Ernennung eines neuen Präsidentschaftskandidaten und die Ausarbeitung von Statuten und Geschäftsordnungen zur Ausrichtung der Zukunft der Vereinigung übernimmt.
